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Kanaba

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Montag, 18. April 2016, 22:23

Frag den Islamaba

Guten Abend HX,

in Anbetracht der derzeitigen Umstände und nicht zuletzt durch die Erkenntnis, statt zu reagien, zu agieren, möchte ich euch drum bitten, Fragen, die ihr über den Islam habt, zu stellen. Mitnichten dürft ihr Erwarten, dass ich eine Antwort auf jede Frage habe oder sie ansatzweise gut beantworten kann. Anliegen meines Schreibens ist eure Fragen und eventuelle Missverständnisse zu beantworten beziehungsweise aufzulösen. Nicht zuletzt bitte ich euch auch darum, weil mir gerade selbst nichts einfällt, worüber ich schreiben kann :D

Ich werde dann im Verlauf der Tage auf hoffentlich jede Frage antworten. Ich werde auf jegliche Diskussionen im Forum(!) nicht eingehen. Diskussionen führe ich sehr gern im TeamSpeak, weil es zeitsparender ist :)

P.S.: Ich hoffe es geht über die Fragen hinaus, wie "Müsst ihr auch in Ramadan ohne Wasser auskommen?" oder "Duscht die Frau mit Kopftuch?"

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Kanaba

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Donnerstag, 21. April 2016, 16:39

Sunniten und Schiiten

Den einen Islam gebe es nicht, behaupten viele Menschen. Recht haben sie. Doch haben sie Unrecht, wenn sie behaupten, dass das Spannungsverhältnis zwischen Sunniten und Schiiten Schuld daran sei, dass der Nahosten in den letzten Jahrzehnten ständig unter Gewalt leide. Diese Behauptungen werden sooft unreflektiert wiedergegeben, dass selbst ich phasenweise diesen Behauptungen Glauben schenkte.

Das Spannungsverhältnis zwischen Sunniten und Schiiten basierte auf politischer Natur, die nach dem Ableben des Propheten Mohammed stattfand. Nach dem Tod des Propheten stellte sich die Frage nach der Führung. Hierin waren die Muslime unterschiedlicher Meinung. Die einen sagten, dass man durch eine Wahl den neuen Kalifen (sinngemäß das Staatsoberhaupft, eigene Anmerkung) bestimmen solle, andere sagten, dass nur Verwandte des Propheten Mohammed als rechtmäßige Nachfolger das Amt des Kalifen übernehmen dürften, wiederum sagten andere, dass nur jemand aus dem einflussreichem Stamm der Quraisch, dem auch der Prophet angehörte, das Kalifat übernehmen dürfte. Es gab noch weitere Meinungen hierzu.
Letztlich entschloss man sich dazu den Kalifen durch ein Wahlgremium zu wählen. Im Folge der Zeit wurde dem dritten Kalifen Uthman ibn Affan vorgeworfen Vetternwirtschaft zu betreiben, der dem Stamm der Ummayyaden angehörte. Uthman wurde von seinen Widersachern ermordet.
Daraufhin wurde Ali ibn Abi Talib, Cousin des Propheten Mohammed, von einem Teil der Muslime, nicht von allen(!), zum vierten Kalifen ernannt. Unter ihnen wurden einige am Mord des dritten Kalifen verdächtigt. Alis passive Haltung gegenüber den Mördern Uthmans wurde scharf kritisiert und es folgte der erste innermuslimische Bürgerkrieg, der über die Frage der Legitimation des Kalifen handelte. Die Folge des Brügerkrieges war die Ermordung des vierten Kalifen, sowie der Zerfall des Kalifats des vierten Kalifen und die Entstehung einer Erbmonarchie der Ummayyaden.
Die Anhänger Alis, welche Ali bis zum Ende zur Seite standen, nennt man Shia. Daraus leitet sich das Wort Schiiten ab. Im Laufe der Zeit sahen sich die Anhänger Alis von den Ummayaden benachteiligt, sodass hier sich eine neue Gruppenidentität gebildet hat. Theologische Differenzen haben sich auch entwickelt, doch diese sind so marginal, dass sie nicht nennenswert sind.
Sunniten als das Gegenstück zu Schiiten zu sehen ist falsch.



Auch wenn die Medien immer wieder behaupten, der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten sei maßgeblich für die heutigen Umstände im nahen Osten, stimmt es nicht. Der Konflikt der Sunniten und Schiiten war für die Muslime der frühen Generationen von Bedeutung. Heute wissen selbst viele Muslime nicht, weswegen Sunniten und Schiiten angeblich ein großes Problem miteinander hätten. Die überwältigende Mehrheit der Muslime, sowohl Sunnit als auch Schiit, haben keinerlei Probleme miteinander. Zumindest hier in Deutschland nicht.


Für die, die sich mehr dafür interessieren:
islam.de / Artikel - Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten – Nachdenken über einen innerislamischen Dialog / Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten – Nachdenken über einen innerislamischen Dialog

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Kanaba« (21. April 2016, 16:55)


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Freitag, 6. Mai 2016, 17:20

Wahhabismus

Regelmäßig wird das Wort "Wahhabismus" erwähnt. Doch keiner weiß so genau, was denn der Wahhabismus ist. Ich verlinke einen interessanten Text von Ali Ghandour, einem jungem islamischem Theologen an der Universität Münster.

Musen & Musel — Die Krise des sunnitischen Islams - Teil 3: Der Wahhabismus

Musen & Musel — Die Krise des sunnitischen Islams - Teil 4: Wie hat sich die wahhabitische Lehre verbreitet?

Musen & Musel — Die Krise des sunnitischen Islams - Teil 5: Der Wahhabismus und die Ausartung der Pilgerfahrt

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Dienstag, 10. Mai 2016, 17:53

"Religionen werden im Grundgesetz nicht geregelt. Das Grundgesetz regelt die Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und gewährt den Bürgern Schutzrechte. Kein religiöser Basistext von der Bibel bis zum Koran ist mit dem Grundgesetz kompatibel. Es muss aber auch keine Religion mit dem Grundgesetz vereinbar sein, weil sie nicht geltendes Recht festlegen." - Thomas Bauer


Interview - Keine Religion muss mit dem Grundgesetz vereinbar sein

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Zem

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Dienstag, 10. Mai 2016, 18:39

Es muss aber auch keine Religion mit dem Grundgesetz vereinbar sein, weil sie nicht geltendes Recht festlegen.

Das ist aber nicht für alle so. In manchen Ländern/religiösen Gruppen stützt man seine Rechte auf die Aussagen in religiösen Schriften..
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"Manchmal zieht man auch mit einem Aussichtslos den Hauptgewinn" - Megaloh

 Spoiler


"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" - Kurt Cobain

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